Die erste Staffel der britischen Serie Hijack hat mich ganz gut unterhalten: eine Flugzeugentführung, Idris Elba als Verhandlungsexperte und eine Handlung, die gefühlt in Echtzeit abläuft. Jetzt, zwei Jahre später, gibt es die zweite Staffel zu streamen. Sie ist nicht weniger als eine Katastrophe.
Erneut geht es um eine Entführung. Nun ist es kein Flugzeug mehr, sondern eine U-Bahn (!). Ort des Geschehens ist Berlin.
Der Versuch, die zwischen hanebüchen und absolut sinnfrei pendelnde Handlung zu erzählen, geht im Schneckentempo voran. Währenddessen erstreckt sich die Fahrt durch den Berliner Untergrund gefühlt über Tage. Warum eigentlich wer wie und wann wozu motiviert wurde, wüsste ich rückblickend gar nicht mehr zu sagen.
Während ich von kommerzieller Luftfahrt keine Ahnung habe und über Logiklöcher damals wahrscheinlich einfach hinweggesehen habe, bin ich schon einmal im öffentlichen Nahverkehr unterwegs gewesen. Und in Deutschland. Mit diesem Wissen macht die Serie absolut keinen Spaß.
Hinzu kommt, dass man sich der Authentizität zuliebe, für deutsche Schauspieler entschieden hat. Christiane Paul gibt zum Beispiel die Polizeichefin. Die logikfreien Dialoge in der Spaceshuttle-Kommandozentrale BVG-Zentrale mögen nicht auf ihrem Mist gewachsen sein, aber Lust auf Schauspiel hatte sie nicht.
Nett fand ich die Berliner Schnauze, die man auch im Originalton beibehalten und untertitelt hat. Ansonsten ist das ganze Werk zum Fremdschämen.
Kommentare
20.03.2026 - Sven Kietzke meint dazu:
Ich hab so was ja schon fast erwartet - und konnte mich dementsprechend noch nicht aufraffen, die zweite Staffel überhaupt zu beginnen. Mal schauen, ob ich es dabei belasse. Oder ob die Neugierde doch noch siegt.
20.03.2026 - Hendrik antwortet darauf:
Hey Sven, lass mich gerne wissen, wie Du es fandest, solltest Du Dich trauen. 😄